Der Regen peitschte gegen die kleinen Tribünen von Te Anau, als nach dem Schlusspfiff erneut nur enttäuschte Gesichter zu sehen waren. Drei Spiele, drei Niederlagen, Tabellenplatz zehn – der Saisonstart von Te Anau FC ist bereits jetzt ein Albtraum. Während Vereine wie Auckland City FC oder Western Suburbs oben davonziehen, steckt Te Anau FC schon früh tief in der Krise. Fünf erzielte Tore stehen bereits zehn Gegentoren gegenüber. Besonders die Defensive wirkt anfällig, die Mannschaft verunsichert und Trainer Wasserlasser zunehmend unter Druck.
Noch vor Saisonbeginn herrschte rund um den Klub vorsichtiger Optimismus. Wasserlasser hatte einen offensiveren Stil angekündigt, sprach von mutigem Fußball und davon, „die Mentalität des Vereins verändern“ zu wollen. Doch davon ist nach drei Spieltagen wenig zu sehen. Statt Aufbruchsstimmung dominieren Ratlosigkeit und Frust.
Nach der deutlichen Niederlage gegen Auckland United stellte sich Wasserlasser dennoch schützend vor seine Mannschaft. Mit ernster Miene trat er vor die wartenden Journalisten. „Das ist natürlich ein Horrorstart. Darüber brauchen wir nicht diskutieren“, sagte der Trainer offen. „Aber ich werde jetzt ganz sicher nicht anfangen, hier Panik zu verbreiten. Die Tabelle sieht brutal aus, keine Frage. Trotzdem glaube ich weiterhin an diese Mannschaft.“
Besonders die vielen individuellen Fehler machen dem Trainer zu schaffen. Immer wieder verliert Te Anau in entscheidenden Momenten die Ordnung. „Wir kassieren zu einfache Gegentore“, erklärte Wasserlasser. „Nach Rückschlägen verlieren wir aktuell sofort das Vertrauen in unser Spiel. Genau daran müssen wir arbeiten.“
Auch innerhalb der Mannschaft ist die Unsicherheit deutlich zu spüren. Mittelfeldspieler Liam Cooper wirkte nach dem Training niedergeschlagen. „Es läuft momentan einfach alles gegen uns“, sagte er. „Wenn wir ein Gegentor kassieren, merkt man sofort, wie die Köpfe runtergehen. Jeder denkt dann zu viel nach.“
Kapitän Ethan McKenzie nahm seine Mitspieler ebenfalls in die Pflicht. „Es wäre zu einfach, alles auf den Trainer zu schieben“, sagte er deutlich. „Wir Spieler machen Fehler, die auf diesem Niveau sofort bestraft werden. Wasserlasser gibt uns einen klaren Plan, aber wir setzen ihn momentan nicht konsequent um.“
Unter den Fans wächst derweil die Sorge. Nach dem letzten Heimspiel blieben viele Anhänger lange vor dem Stadion stehen und diskutierten hitzig über die Situation. Einige kritisierten die fehlende Stabilität der Mannschaft, andere stellten bereits die Zukunft des Trainers infrage.
Fan Sarah Thompson versucht dennoch optimistisch zu bleiben. „Natürlich ist das enttäuschend“, sagte sie. „Aber jetzt sofort alles infrage zu stellen, bringt nichts. Die Mannschaft braucht Unterstützung und keine zusätzliche Panik.“
Andere Fans wurden deutlicher. „Zehn Gegentore nach drei Spielen – das sagt doch alles“, schimpfte ein älterer Anhänger beim Verlassen des Stadions. „So gewinnt man keine Spiele. Da fehlt die Ordnung.“
Besonders brisant: Das kommende Programm wird kaum einfacher. Mit Selwyn United und Miramar Rangers warten bereits die nächsten schweren Gegner. Sollte Te Anau FC weiter punktlos bleiben, könnte aus dem Fehlstart schnell eine ernsthafte Krise werden.
Wasserlasser selbst zeigt sich trotz allem kämpferisch. Als er nach dem Training gefragt wurde, ob er an die Wende glaube, antwortete er ohne Zögern: „Absolut. Gerade jetzt zeigt sich, wer Charakter hat. Weglaufen bringt gar nichts. Wir müssen da gemeinsam durch.“
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